Zweite Beteiligung der Genossenschaft – Büren

Projekt Bürgerwindpark Weiberg

Zwischen den Ortschaften Weiberg und Hegensdorf ging Mitte 2013 der Bürgerwindpark Weiberg ans Netz. Er besteht aus 5 Windenergieanlagen des Typs Enercon E-82 mit jeweils 2,3 Megawatt Nennleistung. Die Ertragsprognose für das Projekt liegt bei gut 26 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr, womit rechnerisch rund 6.500 Haushalte versorgt werden können. Die realen Erträge finden Sie in der Tabelle weiter unten auf dieser Seite. Betrieben wird der Windpark von der Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG. Sie hatte neben der Beteiligung der Genossenschaft auch eine direkte Bürgerbeteiligung über Kommanditanteile angeboten.

Die Beteiligung der Genossenschaft – kurz zusammengefasst
Die BürgerWIND Westfalen eG hat sich an der Betreibergesellschaft des Bürgerwindparks, der Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG, als Kommanditistin beteiligt. Über ein Gesellschafterdarlehen hat die Genossenschaft der Bürgerwindpark Weiberg Kapital in Höhe von 2 Millionen € zur Verfügung gestellt. Aus den für dieses Darlehen vereinbarten Zinsen erwirtschaftet die Genossenschaft die Dividenden für ihre Mitglieder. Auch bei diesem Projekt sind die Erträge der Genossenschaft damit von den jährlich schwankenden Erträgen des Windparks grundsätzlich unabhängig. Die Laufzeit des flexiblen Gesellschafterdarlehens ist auf maximal 20 Jahre vereinbart.

Nachfolgend erfahren Sie alle Einzelheiten zum Bürgerwindpark Weiberg, um sich ein Bild über die Investition der Genossenschaft machen zu können!
 

Kurzübersicht des Projektes Bürgerwindpark Weiberg
Beschreibung 5 baugleiche Windenergieanlagen in einem Windpark.
Windenergieanlagen Eingesetzt werden Anlagen vom Typ E-82 E2 des deutschen Herstellers Enercon mit einer Nennleistung von jeweils 2,3 MW. Die Nabenhöhe liegt bei 138 m, der Rotordurchmesser bei 82 m.
erwarteter
Windertrag
Für den gesamten Windpark waren zwei Ertragsprognosen unterschiedlicher Gutachter angefertigt worden. Nach technischen und Sicherheitsabschlägen wurde ein Ertrag von durchschnittlich 26.227.000 kWh Strom pro Jahr für den gesamten Windpark prognostiziert.
reale Erträge Die Realerträge liegen bisher über der Prognose


Detaillierte Informationen zum Projekt Bürgerwindpark Weiberg


 Der Standort

Der Bürgerwindpark Weiberg besteht aus 5 Windenergieanlagen des deutschen Herstellers Enercon. Eingesetzt wird der Typ E-82 E2 mit jeweils 2,3 MW Leistung und Türmen mit einer Nabenhöhe von 138 Metern. Die Gesamtleistung des Windparks beträgt damit 11,5 MW. Der Standort liegt auf dem Gebiet der Stadt Büren zwischen den Ortschaften Weiberg und Hegensdorf. Auf dem Lageplan des Windparks (rechts) sind die Anlagen rot eingezeichnet. Die blauen Anlagen markieren Altanlagen, die bereits vor dem Bau des Windparks Weiberg in Betrieb waren.

Das Windparkgelände und seine Umgebung gehören zum Sintfeld auf dem Gebiet der Paderborner Hochfläche. Rund um die Anlagen zeigt sich das Gelände relativ eben, wenn auch leicht geneigt. Diese gebietstypischen Plateaus werden jedoch immer wieder unterbrochen von tief eingeschnittenen Flusstälern (hier dem Afte- und dem Almetal, zu denen das Gelände stark abfällt), die deutlich zeigen, dass das Sintfeld zum Bergland gehört.

  Die eigentliche Windparkfläche steigt von Nordwesten nach Südosten hin an. Die Standorte der Anlagen befinden sich in Höhen von 335 bis 357 Metern über Normal Null. Westlich und nordwestlich finden sich in etwa 1 bis 5 Kilometern Entfernung ein bestehender Windpark sowie Einzelanlagen. Insgesamt sind hier 18 Windenergieanlagen verschiedener Typen im Einsatz – die größten Altanlagen sind Vestas V90 mit knapp 105 Metern Nabenhöhe am Ostrand des bestehenden Parks, also in Nachbarschaft des Bürgerwindparks Weiberg.

Die zum Bau des Windparks erforderlichen öffentlich-rechtlichen Genehmigungen nach Bundesimmissionsschutzgesetz wurden am 16. April und 20. Juni 2012 durch den Kreis Paderborn erteilt. Für alle benötigten Grundstücke liegen grundbuchlich gesicherte Nutzungsverträge vor – für das Windparkgelände mit der Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG, für die Netzanschlusstrasse außerhalb des Parkgeländes mit der Netzservicegesellschaft WSN Sintfeld GmbH & Co. KG.

Weitere Anlagenplanungen am Standort
In unmittelbarer Nachbarschaft östlich des Bürgerwindparks Weiberg plant die Wind-Plan-Sintfeld GmbH & Co. KG, die auch den Bürgerwindpark Weiberg konzipiert hat, die Errichtung weiterer Windenergieanlagen. Allerdings liegt dieses Gelände derzeit außerhalb der von der Stadt Büren ausgewiesenen Windvorrangfläche. Innerhalb der Windvorrangfläche ist die Errichtung weiterer Windenergieanlagen durch Drittgesellschaften möglich. Hierdurch könnte es im Windpark zu Ertragseinbußen kommen, denn mögliche künftige Nachbar-Windenergieanlagen sind in der Ertragsprognose nicht berücksichtigt.

Die Windenergieanlagen
Eingesetzt werden Windenergieanlagen vom Typ E-82 des deutschen Herstellers Enercon. Mehr Informationen zu diesem Anlagentyp finden Sie unter dem Punkt „Windenergieanlagen unserer Projekte“

Anwohnerschutz
Im Genehmigungsverfahren wird überprüft, ob Anwohner durch Schall oder Schattenwurf belästigt werden. Die jeweils kürzesten Abstände von Anlagen des Windparks zu den Ortsgebieten betragen 868 Meter mit Blick auf Weiberg sowie 1.400 Meter nach Hegensdorf. Die nächstgelegenen Einzelgebäude finden sich in Abständen von 718, 790, 845 und 889 Metern. Es sind daher bestimmte Vorkehrungen zum Schutz der Anwohner notwendig.

Im Schallgutachten wurde festgestellt, dass die Anlagen tagsüber keine unzulässigen Geräuschemissionen verursachen. In der Nacht könnte die am nächsten zu Weiberg gelegene Anlage allerdings zu hohe Geräuschimmissionen verursachen. Sie muss daher zwischen 22 und 6 Uhr in einem schalloptimierten Modus mit reduzierter Leistung von 1,0 MW betrieben werden. Auf diese Weise werden die Schallgrenzwerte eingehalten.

Im Schattenwurfgutachten zeigte sich, dass an einigen Gebäuden störende Schlagschatten durch die Anlagen auftreten können. Einzelne Anlagen des Windparks werden daher bei Sonnenschein zu den fraglichen Zeiten abgeschaltet, um Belästigungen zu vermeiden und die Grenzwerte einzuhalten. Insgesamt müssen die Anlagen hierfür maximal 0,14 % der Jahresdauer abgeschaltet werden – je nach Sonnenscheinhäufigkeit aber auch deutlich weniger.

Windgutachten und Stromertrag
Die Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG hat für den Windpark zwei Gutachter mit Prognosen des jährlichen Stromertrags beauftragt. Hierbei wurde ausschließlich auf der Basis von Computermodellen mithilfe langjähriger regionaler Wetterdaten, Kartenmaterial sowie Beschreibungen der Geländerauigkeit gearbeitet. Zur Validierung wurden auch Ertragsdaten bereits bestehender Windenergieanlagen herangezogen. Hierzu dienten ein Windpark mit 10 baugleichen Anlagen in rund 10 km Entfernung sowie eine ältere Enercon E-40 in nur 3 km Entfernung, die bereits seit 1995 in Betrieb ist.

Die Gutachten prognostizierten Roherträge von 31,5 beziehungsweise 28,6 Millionen Kilowattstunden (kWh) für den Windpark. Nach Abwägung von Chancen und Risiken entschied sich die Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG, einen Wert von 26.227.000 kWh pro Jahr für die Wirtschaftlichkeitsprognosen des Windparks zugrunde zu legen (hierbei handelt es sich um den Mittelwert der beiden sog. P75-Werte der Gutachten – Erläuterung siehe unten: „Beteiligung der Genossenschaft“).

Ertragseinbußen aus den Anwohnerschutzmaßnahmen sind in der Ertragsprognose bereits berücksichtigt.

Betrieb der Anlagen und Versicherungen
Die Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG hat ihre Anlagen umfangreich gegen Risiken und Produktionsausfälle abgesichert. Eine Vielzahl typischer Betriebsrisiken von Windenergieanlagen werden hierdurch minimiert. Die erste Säule der Absicherung bildet dabei die Risikostreuung durch den Betrieb eines Windparks anstelle einzelner Anlagen: Eventuelle Ertragseinbußen einer einzelnen Anlage können so durch die anderen  Parkanlagen aufgefangen werden. Die weiteren Säulen sind ein Vollwartungsvertrag sowie ergänzende Versicherungen:

Enercon-Partner-Konzept und Garantieleistungen
Die Herstellergarantie der Firma Enercon sichert in den ersten beiden Jahren größere Schäden weitgehend ab. In der Folge deckt bis zum 20. Betriebsjahr der mit Enercon vereinbarte Vollwartungsvertrag (Enercon-Partner-Konzept, EPK) eine große Anzahl von Betriebsrisiken. Enercon übernimmt im Rahmen des EPK alle Wartungsarbeiten, sämtliche Material- und Personalkosten für Reparaturen sowie ggf. die anfallenden Transport- und Krankosten, bietet Rund-um-die-Uhr-Fernüberwachung an sieben Tagen der Woche und garantiert über den gesamten Vertragszeitraum eine technische Verfügbarkeit der Anlagen von mindestens 97 %. Wird die Verfügbarkeit unterschritten, erhält die Gesellschaft eine Ausgleichszahlung für den Ertragsausfall. Damit sind praktisch alle aus Schäden und Verschleiß der Anlage selbst resultierenden Reparatur- und Kostenrisiken abgedeckt.

Versicherungen
Das EPK greift nicht bei Schäden, die beispielsweise durch Vandalismus, Naturgewalten, Blitzschlag, höhere Gewalt etc. verursacht werden. Ebenfalls nicht vom EPK gedeckt sind die Unterhaltungs- und Reparaturkosten des internen Stromnetzes sowie der Netzanschlusstrasse des Windparks. Diese werden von der Netzservicegesellschaft WSN Sintfeld betrieben, alle Kosten werden der Windparkgesellschaft berechnet. Auch Ertragsausfälle durch Fehler im internen Netz sowie im öffentlichen Netz der RWE sind nicht durch das EPK gedeckt.

Für den Windpark wird daher eine speziell auf das EPK zugeschnittene Ergänzungsversicherung gegen Maschinenbruch und Betriebsunterbrechungen abgeschlossen. Hiermit werden beinahe alle nicht durch das EPK gedeckten Risiken aufgefangen – hierzu gehören Maschinenbruch, Kurzschluss, Vandalismus, Sturm, Brand, Blitz- und Hagelschäden sowie weitere Risiken. Ebenfalls abgesichert werden Haftpflichtrisiken, beispielsweise gegen Umweltschäden, Personen- und Sachschäden infolge beschädigter Rotorblätter, Eiswurf und eine Reihe weiterer Risiken.

 

Beteiligung der Genossenschaft am Bürgerwindpark Weiberg


Grundlage der Beteiligung
Die BürgerWIND Westfalen eG hat sich als Gesellschafterin an der Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG beteiligt. Basis hierfür bildeten die wirtschaftlichen Voraussagen und Ertragsprognosen für den Bürgerwindpark Weiberg, die zunächst gründlich geprüft wurden.

Die Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG hat ihre Ertragsprognosen auf der Basis des sogenannten „P75-Wertes“ der Windgutachten aufgebaut, weil nach ihrer Meinung Chancen und Risiko bei diesem Wert angemessen wiedergespiegelt werden. Der „normale“ Gutachtenwert (oben auch als „Rohertrag“ bezeichnet) wird aus statistischer Sicht mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % erreicht oder überschritten. Der P75-Wert hingegen weist einen niedrigeren Ertrag aus, wird dafür aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 % überschritten. Aus den P75-Werten beider Gutachten wurde der Mittelwert gebildet, technische Abschläge für Verfügbarkeit, Netzverluste und Eigenverbrauch vorgenommen und so eine Ertragsprognose von 26.227.000 kWh pro Jahr errechnet.

Es wurde eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für 20 Jahre aufgestellt, die die zum Planungszeitpunkt absehbaren Kosten, Preissteigerungen und Reserven für unerwartete Kosten beinhaltete. Auf dieser Basis erwartete die Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG über den prognostizierten Zeitraum ein deutlich positives Betriebsergebnis. Auch die Kosten für das von der BürgerWIND Westfalen eG beabsichtigte Gesellschafterdarlehen wurden hier eingerechnet. Laut Wirtschaftlichkeitsprognose wird die Bürgerwindpark Weiberg GmbH & Co. KG Zins und Tilgung des Darlehens der Genossenschaft termingerecht leisten können.

Die Genossenschaft hat sich daraufhin als Kommanditistin an der Windparkgesellschaft beteiligt und dieser anschließend ein Gesellschafterdarlehen von 2 Millionen € zur Verfügung gestellt.

Erträge der Genossenschaft für ihre Mitglieder
Die Mitglieder der Genossenschaft erhalten Erträge aus der Beteiligung am Bürgerwindpark Weiberg aus den Zinsen für das Gesellschafterdarlehen. Aufgrund der vereinbarten regelmäßigen Zinszahlungen erzielte die Genossenschaft hier von Beginn an Erträge. Auch eine Schwankung durch unterschiedlich gute Windjahre besteht grundsätzlich nicht. Das Engagement der Genossenschaft endet spätestens nach 20 Jahren, sodass ab diesem Zeitpunkt aus dem Projekt Bürgerwindpark Weiberg keine Erträge mehr erzielt werden können.